Tills Weg der Genesung

© Copyright  Ammanda Ute Brinkmann, Dossestr. 143, 16321 Bernau

Als ich Till das erste Mal zum dreistündigen Vorgespräch sah, wirkte er auf mich sehr starr. Er zeigte kaum Gefühlsregungen, sah sehr blass aus und strahlte Hoffnungslosigkeit aus. Till schilderte den Grund seines Kommens. Die Diagnose der Ärzte lautete Depression und schizoide Persönlichkeitsstörung. Nachdem er Abschiedsbriefe geschrieben und den geplanten Suizid nicht vollzogen hatte, begab er sich mehrere Wochen in eine psychotherapeutische Krisenintervention. Da die Therapie nicht wie gewünscht anschlug, wurde er in eine psychiatrische Tagesklinik überwiesen. Dort fühlte sich Till in der Gruppentherapie überfordert und brach die Therapie ab. Anschließend begab er sich auf die Suche nach einem Psychotherapeuten. So begegneten wir uns.

 Till beschrieb seine Befindlichkeit: Ich habe keine Hoffnung, jemals geheilt zu werden. Dauernd bin ich depressiv und fühle mich nicht mehr wohl. Dieser  Zustand ist sehr unangenehm. Nichts im Leben kann mich erfreuen. Ich habe kein Vertrauen und fühle keine Geborgenheit.  Zwar gehe ich regelmäßig einer Arbeit nach, führe diese jedoch ohne innere Beteiligung aus. Ich leide unter Schlafstörungen und Durchschlafstörungen,  fühle eine große Aggressivität und Unsicherheit, bin in meiner Belastbarkeit beschränkt, fühle mich blockiert fühlt und verfalle öfter in eine Starre, in der ich dann verharre. Mein Verhalten gegenüber meinen Mitmenschen ist von Isolation geprägt. Ich vermeide es, in Kontakt zu seinen Mitmenschen zu treten. Ich fühle Wut – Wut auf alle Menschen, die Menschen und Tiere verletzen, Wut auf die Menschen, durch die ich so geworden bin.  Ich habe Angst, Nähe zuzulassen. Ich habe die Gewissheit, dass ich nie eine Beziehung haben werde.

Till ist noch jung. Er hat das vierzigste Lebensjahr noch nicht überschritten. Er kennt die Ursachen für seine Krankheit. Daran hat er bereits während der Krisenintervention mit einer Psychotherapeutin gearbeitet. Die akute Suizidgefahr konnte überwunden werden. Auch begann er wieder Gefühle wahrzunehmen. Seine Befindlichkeit hat sich trotz einer täglichen mindestens 3-stündigen Therapie über 3 Wochen nicht wesentlich gebessert. Ich kläre Till über meine Heilmethoden auf und beginne bereits im Vorgespräch mit der Arbeit. Ich male Bilder auf das Papier, erkläre ihm seinen Zustand und wie ich „operiere“. Till stehen die Tränen in den Augen, seine Starre löst sich. Er sagt mir, dass er nun Hoffnung habe, wieder gesund zu werden. Meine Diagnose: Trauma durch Verletzungen. Wenige Tage später beginnen wir mit der Therapie – eine Krisenintervention, die nun wöchentlich mindestens drei Stunden dauert. Till hat mir bereits am Telefon gesagt, das er Angst vor der Therapie habe.

Till betritt den „Raum der Liebe“. Er ist dankbar und offen für die Heilung. Dennoch fühlt er sich zunächst unsicher. Till hat Angst, zu leben. Er hat die Erfahrung gemacht, sich auf das Leben einzulassen, tut weh.  Das verborgene Muster ist: Leben tut weh – Leben macht Angst. Er entschied sich unbewusst für das Lebensmuster: Nichtleben, Nichtlieben, Nichtfühlen, Nichtsein.

Till erzählt: „Ich will nicht wahrgenommen werden. Ich verstecke mich, wo ich kann. Ich will nicht kommunizieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich kommuniziere, werde ich verletzt. Ich wurde von meinen Mitmenschen mit Worten verletzt. Es war furchtbar. Am wohlsten fühle ich mich, wenn ich alleine bin. Ich möchte nicht gesehen werden. Es macht mich unsicher und ich fühle mich unbehaglich, wenn ich gesehen werde. Damit ich nicht gesehen werde, verharre ich ruhig an meinem Platz. Ich schau mich nicht um, versuche keine Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Manchmal verlasse ich den Raum.“

Ich beginne Bilder aufzuzeichnen. Auf ein Blatt Papier zeichne ich Till. Um Till herum ziehe ich einen geschlossenen Kreis. Um den Kreis herum zeichne ich Striche, so dass der Kreis wie ein Igel aussieht. Ich erkläre Till, dass die Einigelung ein Schutzmechanismus ist, um zu leben – zu überleben. Da er jedoch „zugemacht“ habe, staue sich die Energie innerhalb des Kreises, in seinem Feld. Heil - Prozess - Arbeit schaffe Öffnungen im Feld des Klienten, durch die die gestaute Energie aus dem Feld austreten und Heilenergien ins Feld eintreten können.

Es ist meine Aufgabe, die krankmachenden Themen zu definieren und einzukreisen sowie Till ein Konzept für seiner Heilung anzubieten. Es geht darum, „energetische Ventile“ zu kreieren, gemeinsam mit Till ein neues Fundament, das Sicherheit vermittelt, aufzubauen sowie ihn mit seiner Seele zu verbinden. Bevor die Heilarbeit beginnen kann, prüfe ich Tills energetische Zustand. Ich messe mit bioenergetischen Verfahren, ob die Chakren harmonisch fließen. Der Heilungsprozess verläuft effizienter, wenn die Chakren relativ ausgeglichen sind. Ist dies nicht der Fall, führe ich eine Chakraharmonisierung durch. Till hatte eine Blockierung im Hals-, Stirn – und Scheitelchakra. Nach einem Chakraausgleich fühlt er sich sofort besser und öffnet sich für den nun folgenden Weg.

Till schildert das Thema, das ihn am stärksten belastet: Er wurde in der Schule oft gehänselt. Kinder hatten ihn mit Worten zutiefst verletzt. Niemand leistete ihm Beistand. So empfand Till Wut auf die Kinder und den Vater, der ihm nicht beistehen konnte. Ich bitte Till, das Thema aufzustellen.

  

„Ich werde gehänselt und verletzt“

Till stellt die damalige Situation auf: Er wählt aus einer Vielzahl von Figuren sich, die Kinder aus der Schule  und den Vater aus und stellt diese, einem inneren Seelenbild entsprechend, zueinander auf. Ich frage Till, wie er sich dabei fühle. Till beschreibt, dass er diese Situation als sehr unangenehm empfindet. Er geht an den Kindern vorbei und hört, wie diese etwas Verletzendes zu ihm sagen. Die Hänseleien seien auf sein Äußeres gerichtet. Er möchte fliehen, sich zurückziehen, sich ruhig verhalten und nichts sagen. Ich erkläre Till, dass hier das Verhaltensmuster entstanden ist, keine Gefühle empfinden zu wollen, um nicht mehr verletzt zu werden. Till entwickelte damals die Muster: „Gefühllosigkeit ist Stärke“ und „Flucht ist der Weg“. Till wandte sich an seinen Vater, um sich Hilfe und Beistand zu holen. Doch der Vater reagierte ähnlich, wie die Kinder. Er meinte, er solle sich wehren, er sei ein „Waschlappen“. In Till entwickelt sich Wut. Diese Wut ist jetzt aktuell präsent. Till sagt: „Ich bin doch sein Kind und er beleidigt mich.“ Endlich ist für Till der Augenblick gekommen, diese Erinnerung in Begleitung eines mitfühlenden Therapeuten in einem geschützten Raum wieder erleben zu können. Er fühlt, wie der Mut in ihm wächst, sich den Themen von damals zu stellen. Till nimmt die Herausforderung an und stellt sich direkt den Kindern gegenüber. (Till spielt grundsätzlich seine Rolle. Ich gehe in die Stellvertreterrolle für die Personen.)

Es entsteht folgender Dialog:

Kinder: Eh Brillenschlange, was willst Du hier?

Till: Was soll das?

Kind: Es war doch nicht so gemeint, nimm es dir doch nicht so zu Herzen. Habe nicht damit gerechnet, dass du mich direkt ansprichst. Ich bin doch nur in der Gruppe stark. Es macht Spaß, das Spiel zu spielen, wenn du erschrickst, schnell vorbei läufst, Angst bekommst und flüchtest. Wenn du mich so konkret ansprichst, verunsicherst du mich und du verdirbst das Spiel.

Till fühlt, wie das Kind verunsichert und aggressiver wird. Es benutzt keine Worte mehr, sondern wird vom Kind weggeschubst. Nun möchte Till weggehen.

Ich bitte Till, sich Beistand zu holen. Er wählt mich als Figur aus und stellt mich und einen Engel neben sich. Till betrachtet das veränderte Bild. Er steht nun anders den Kindern gegenüber: „Ich fühle mich jetzt nicht mehr hilflos und schwach“. Die drei Kinder, die dort stehen, sind jetzt verunsichert, verlegen und ängstlich. Sie wirken jetzt schwächer.

Ich erkläre Till: Nur der Schwache kann andere verletzen, damit der andere nicht erkennt, wie schwach er ist. Der Starke hat es nicht nötig, andere klein zu machen. Er ist stark und weiß dies. Der Schwache fühlt sich nur stark, wenn er andere, die auch schwach sind, verletzt. Dann fühlt er sich stark.

Till stellt sich den Kindern herausfordernd gegenüber: Warum habt ihr mich verletzt?

Kinder: War nicht so gemeint. Bist ein richtiger Milchreisbubi, nimmst dir alles gleich zu Herzen. Du weißt doch, dass wir uns nur in der Gruppe gut und stark fühlen. Einer muss herhalten. Jetzt machst du uns verlegen und unsicher.“

Till: Ich bin kein Milchreisbubi. Das was du sagst, verletzt mich.

Kind: So wie du jetzt sprichst, habe ich auch den Eindruck, dass du kein Milchreisbubi bist. Aber gib doch mal zu, so wie du immer weggelaufen bist, hatten wir schon das Gefühl. So tief verletzen wollten wir dich nicht. Wir haben uns nur einen Jux daraus gemacht. Die Konsequenzen konnten wir als Kinder nicht überschauen.

Till: Das ist kein Grund, mich so zu verletzen.

Kind: Ich fühle, du bist stark und ich fühle, dass es so ist, wie du sagst. Du weißt dennoch, dass die Schule nur so richtig Spaß gemacht hat, wenn wir was ausheckten.

Till: Ich möchte, dass ihr euch entschuldigt, dass Ihr es nicht noch einmal tut.

Kind (stellvertretend für alle Kinder): Till, ich bereue mein Verhalten. Nie habe ich gewusst, das mein damaliges Verhalten und das der Gruppe solche Konsequenzen für dich haben könnte. Es war doch nicht so gemeint. Warum hast du es dir so zu Herzen genommen? Es waren doch dumme Kinderstreiche. Zutiefst bereue ich mein Handeln und ich bitte dich, Till, mir zu vergeben, was ich dir angetan habe und ich betone es noch einmal, ich habe es nicht gewollt. Es war nicht meine Absicht, dir so weh zu tun, dass du vor Schreck erstarrst und die Freude am Leben verlierst. Wir wollten doch als Kinder auch nur unseren Frust ablassen und wir haben ihn nicht nur bei dir abgelassen. Alles was kam, war gut genug, um unsere Aggressionen abzubauen. Bitte Till, verstehe unsere Situation. Wir waren auch Opfer von Gewalt und Missbrauch. Unsere Eltern sind nicht gerade feinfühlig mit uns umgegangen. Die Lehrer haben dann noch eins darauf gesetzt, gerade weil wir so waren und uns nicht anpassen wollten. Wir waren schwach und die Erwachsenen stark. Die Erwachsenen haben uns drangsaliert und wir haben es nur weitergegeben, um es loszuwerden. Ich erkläre dir das, damit du verstehst, in welcher Situation wir damals waren. Ich entschuldige mich stellvertretend für alle Kinder, die dich verletzt haben, zutiefst bei dir. Ich bitte dich ehrlich, vergebe mir, vergib uns, vergib ihnen. Bitte.

Till: Danke, dass du dich entschuldigt hast. Tut mir leid, was dir passiert ist. Wir wollen Freunde sein.

Kind: Danke Till für dein Angebot. Du bist wirklich stark. Ich bitte dich nun, mir zu vergeben. Das ist wichtig, damit ich und auch meine Freunde befreiter leben können. Bitte vergib uns.

Till ehrlich voller Mitgefühl: Ich vergebe euch.

Kind: Danke, Till, dass du uns vergeben hast. Nun vergeben wir dir, dass du durch deine Flucht unser Verhalten begünstigt hast.

Ich fordere Till auf, sich auch selbst zu vergeben. Till fühlt sich unschuldig und versteht zunächst nicht, warum er sich vergeben soll. Sich selbst zu vergeben, hat nichts mit Schuld oder sich schuldig fühlen zu tun. Es geht allein darum zu erkennen, dass Till durch sein Verhalten die „Tat“ begünstigt hat. Till beginnt zu verstehen und spricht ehrlichen Herzens: Ich vergebe mir.

Till empfindet diese Situation als sehr erleichternd. Die erste Sitzung ist beendet.

 

Die zweite Sitzung: Nach einer Woche berichtet Till, dass es ihm erstaunlich gut geht. Das Vermeidungsverhalten ist weg. Er konnte Freude dabei empfinden, mit Menschen umzugehen, Menschen zu begegnen. Er empfindet wieder Lebensfreude, seine Depressionen sind weg. Die Melancholie zieht ihn noch gelegentlich runter. Er fühlt keine Wut mehr. Till plagen Ängste. Er hat den Glaubenssatz „Ich bin schizoid. Darum werde ich nie eine Freundin haben.“ Till hat Angst, Nähe zuzulassen.

Das Thema der Sitzung ist Tills Begegnung mit dem Vater. Er beschreibt die damalige Situation: Ich erzählte meinem Vater, dass die Kinder in der Schule über mich gelacht haben. Der Vater fragte darauf, warum ich mich nicht wehre und bezeichnete mich als Waschlappen. Daraufhin habe ich mich zurückgezogen. Diese Situation hat mich  verletzt.

Till stellt sich und den Vater auf. Er stellt sich dem Vater gegenüber und ist zu einer Aussprache mit seinem Vater bereit.

Till: Dass du mich damals als Waschlappen bezeichnet hast, damit hast du mir nicht geholfen.

Vater: Till, mein Sohn, du legst immer alles auf die Goldwaage. Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich meine, dass du ein Waschlappen bist. Ich hatte bezweckt, dass du dich aufmachst und dich durchsetzt. Ich habe gedacht, der Ausdruck würde dich dazu bringen, dich zu wehren. Später habe ich bemerkt, dass du jedoch genau entgegengesetzt reagiert  und dich verschlossen hast. Wie sehr dich das getroffen hat, habe ich damals nicht empfunden. Du musst wissen, in meiner Erziehung war das normal, dass man so bloß gestellt wurde, wenn auch mit anderen Worten. Die Eltern hatten das Recht, ihre Kinder wie ihr Eigentum zu benutzen und ihren Frust abzulassen. Mich hat die Situation, vor die du mich gestellt hast, frustriert. Ich war nicht motiviert, mich wirklich mit der Situation auseinanderzusetzen. Heute weiß ich, dass das ein Zeichen von Schwäche war. Ich hätte mich dem Thema stellen sollen, mit dem du mich konfrontiert hast. Bewusst geworden ist mir dies jedoch leider erst, als ich deinen Abschiedsbrief las. Da kam alles hoch. Ich habe so eine Krise gekriegt, weil ich gedacht habe, nun kann ich es nicht mehr gut machen. Verstehst Du? Ich dachte, das ist mein Ende. Wenn ich es auch nicht so zeigen kann, Till, ich liebe dich sehr und du weißt es auch. Du weißt auch, dass ich eine sehr raue Kindheit erlebt habe und man mit mir nicht gerade sanft umgegangen ist. Irgendwie musste ich mich da auch durchboxen und da dachte ich, du schaffst es auch. Als ich deinen Abschiedsbrief las, dachte ich, das halte ich nicht aus. Die Selbstvorwürfe plagten mich mehr als deine stillen Vorwürfe gegen mich. Till, du bist kein Waschlappen. Heute kenne ich die Wahrheit. Der Waschlappen bin ich. Vergib mir! In der schlimmsten Minute meines Lebens, begriff ich erst, wie sehr ich dich liebe. Ich hoffe zutiefst, dass du eines Tages die Liebe, die ich für dich empfinde, fühlen kannst. Ich wünsche mir auch, dass du mir Liebe entgegenbringst.

Till wurde von den Worten seines Vaters, die ich als Stellvertreter zum Ausdruck bringe, berührt. Er sagt, dass er die Situation als extrem, rührend empfindet und sein Vater sehr authentisch sei.

Till: Ich verstehe Dich. Es tut mir leid, dass du so eine schlimme Kindheit hattest. Noch mehr tut es mir leid, welche Schmerzen ich dir mit meinem Abschiedsbrief zugefügt habe. Ich weiß, dass du mich liebst. Ich liebe dich auch. Ich möchte dir nie wieder solche Schmerzen zufügen.

Till bricht auf. Er weint. Vor meinem inneren Auge entsteht ein Bild. Ich sehe eine harte Schale, die aufbricht. Es ist Tills Mitgefühl mit seinem Vater, das über diese Kraft verfügt. Ich gebe Till die Meisteressenzen „Kuan Yin“ (Mitgefühl) und „Maria“ (Geborgenheit) zur äußeren Anwendung. 

Vater: Ich bin sprachlos, zutiefst gerührt. Mein geliebtes Kind, wie konnte es nur soweit kommen. Ich bin mir der Liebe zu dir auf einer völlig neuen Ebene bewusst geworden. Till, ich liebe dich mit meinem ganzen Herzen. Es gibt wenige Dinge im Leben, an denen mir wirklich liegt. Und dazu gehörst du. Ich bin so dankbar für die Gelegenheit, jetzt mit dir reden zu können. Ich bin so dankbar, dass wir uns jetzt aussprechen können und dass wir uns diese Werte der Liebe, die leider im Alltag viel zu kurz kommen, sagen dürfen. Till, bitte vergib, dass es so war. Bitte vergib den Schmerz, den ich dir bereitete durch meine Härte, die nur Schein war. Bitte vergib mir, dass ich dir als Vater nicht so zur Seite stehen konnte, wie ich es als Vater hätte tun sollen. Bitte Till, es ist wichtig für mich.

Till: Papa, es tut mir leid, ich vergebe dir.

Vater: Till, mein Kind, ich danke dir so sehr. Ich weiß, wie du fühlst und wie sehr es dein Herz bewegt. Auch ich vergebe mir, was ich dir angetan habe.

Ich biete Till an, sich auch selbst zu vergeben.

Till: Ich vergebe mir selbst.

Die dritte Sitzung: Till kommt mit einem strahlenden Lächeln in die Sitzung. Sein Selbstausdruck hat sich vollkommen verändert. Der starre Ausdruck ist weg. Der Körper wirkt lebendig und der Gesichtsausdruck ist gefühlvoll. Till berichtet, dass es ihm erstaunlich gut geht. Die Symptome vor Beginn der Therapie sind nicht mehr vorhanden. Till schätzt seine Befindlichkeit wie folgt ein: „Ich fühle mich wunderbar, körperlich geht es mir gut und ich habe eine gute Stimmung. Nur ein Thema berührt mich unangenehm – das Thema Beziehungen.“ So wenden wir uns der Beziehungsthematik zu. Ich frage Till: „Wer hat Ihr Beziehungsverhalten wesentlich geprägt?“ Till: „Mutter, Vater und die Kinder aus der Schule.“ Ich bitte Till, stellvertretend für die genannten Personen, Figuren aufzustellen.

 

Aufstellung der Ursachen, die Tills Beziehungsverhalten prägten

Es entsteht ein inneres Seelenbild zur Thematik. Es kristallisiert sich allein durch die Farbwahl der Figuren heraus, dass die Verletzungen vorrangig durch den Vater und das weibliche Geschlecht in der Schule begangen wurden. Till bestätigt das. Er stellt sich als Figur so auf, dass er seinen Blick in eine Richtung wendet, so dass er die Beteiligten nicht ansehen muss. Ich frage ihn, ob er jetzt bereit sei, seinen Blick zu ändern und sich zu konfrontieren. Er ist bereit, dreht sich als Figur um und schaut sich die Figuren, die stellvertretend für seine Eltern und Mitschüler stehen, an. Um seine Lage zu stabilisieren, stellt Till mich als Figur und einen Engel neben sich. Jetzt ist Till zur Auseinandersetzung bereit.

Till: Hallo Papa. Ich versteh, wie du dich damals mir gegenüber verhalten hast. Das habe ich dir vergeben. Ich denke, dass das etwas bei mir zurück gelassen hat, was mich daran hindert, Beziehungen zu anderen Frauen einzugehen. 

Vater: Till, ich danke dir, dass du mir heute wieder die Möglichkeit gibst, dir einiges mitzuteilen. Ich habe beobachtet, dass du in Bezug auf Mädchen und Frauen eine Hemmung hast und habe mich gefragt, wie dies ein kann. Viele Menschen haben in der Kindheit und Jugend Probleme mit den Eltern und müssen einiges durchstehen, dennoch reagieren sie nicht wie du. Du bist ein Mensch mit besonders hoher Sensibilität. Außerdem reagierst du anders als andere. Ich muss erst noch lernen, mit so einem feinfühligen Menschen, wie du es bist, umzugehen. Du weißt, dass das nicht gerade meine Stärke ist. So sehe ich deine Reaktion und dein Verhalten in einem Zusammenhang mit deiner Feinfühligkeit und Anständigkeit. Streiche und Dummheiten, die anderen Schaden zufügen, konntest du nie respektieren. Es gibt jedoch noch eine Ursache für deine Krankheit. Sie ist begründet in deinen Vorfahren. Es sind in der Vergangenheit einige Geschichten passiert, die weiter gegeben wurden, weil niemand zuvor in der Lage war, diese aufzuarbeiten und aufzulösen. Denke an die schwere Kriegszeit. Die Menschen konnten sich nicht wirklich tiefgründig mit sich selbst und ihren Problemen auseinandersetzen. Das Bedürfnis zu überleben, herrschte vor. Erst die heutige Generation hat die Gelegenheit, sich ihren Prozessen zuzuwenden. Dies war uns nicht vergönnt. Es ist wichtig, dass der Druck, der auf unserem Clan lastet, aufgelöst wird. So ist deine Geschichte in Bezug auf Beziehungen nicht nur deine eigene. Weil diese Geschichten den Clan belasten, hast du in der äußeren Welt die Probleme angezogen, so dass sie dir bewusst werden können und du diese auflösen kannst. Wenn du am Thema Beziehungen arbeitest, beziehe bitte deine Vorfahren ein. Aus Liebe zu ihnen trägst du es.

Till: Ich verstehe das. Es ist nur schwierig, es zu akzeptieren. Ich würde es gern auflösen.

Till stellt seine Vorfahren auf. Ich frage ihn, wie er sich dabei fühlt.  Till erzählt: Es ist wirklich gewaltig, wie meine Vorfahren mir jetzt mit diesen schwerwiegenden Themen gegenüber stehen. Ich habe das Gefühl, meine Vorfahren hoffen, dass ich jetzt helfe.

Ich unterstütze Till, befreiende Worte für seine Vorfahren zu sprechen: Liebe Vorfahren, heute haben wir uns zusammengefunden, um zu erkennen, dass wir ein gemeinsames Familienproblem zu lösen haben. Es betrifft die gestörte Kommunikation in Beziehungen. Ich rufe die Kraft der Gnade und Heilung in unser Familiensystem. Aus tiefstem Herzen vergebe ich meinen Vorfahren ihre Vergehen. Ich tue das stellvertretend für alle Familienmitglieder meines Clans, für alle Vorfahren, die an dieser Entwicklung beteiligt sind. Ich vergebe allen Verursachern der Familienkonflikte in unserem Clan von ganzem Herzen. Ich vergebe mir selbst, ich liebe mich, ich liebe euch, meine Vorfahren, denn durch Euch bin ich und ich bin gerne.

Till empfindet die Zeremonie als befreiend und erleichternd: Ich empfinde dabei Freude, das ich die Möglichkeit habe, meinen Vorfahren zu vergeben und ihnen meine Liebe geben zu können.

Jetzt wendet sich Till dem Mädchen aus der Schule zu, das stellvertretend für das weibliche Geschlecht steht, das ihn gehänselt und verletzt hat.

Till: Hallo.

Mädchen: „Hallo Till, habe dich kaum wieder erkannt. Bist groß geworden, schon fast ein richtiger Mann. Till, damals habe ich ganz schön auf den Putz gehauen. Wenn ich mich heute zurück erinnere, habe ich ein unglaublich schlechtes Gewissen. Manchmal denke ich, Kinder können brutal sein. Heute habe ich selbst Kinder. Meine Kinder werden in der Schule gehänselt. So denke ich oft daran, dass ich das auch getan habe. Ich bin dankbar, dass du mir jetzt die Gelegenheit zur Versöhnung gibst. Ich fühle mich noch heute in der Erinnerung unwohl, wie ich dich verletzt habe. Ich bereue alle Verletzungen, die ich und meine Freundinnen dir zugefügt haben. Ich bitte dich auch zu meiner Entlastung und der meiner Kinder, mir von ganzem Herzen zu vergeben sowie allen, die dich verletzt haben.

Till: Ich vergebe dir und den anderen. Ich vergebe mir und meinen Vorfahren.

Mädchen: Danke Till, du hast mir sehr geholfen.

 

Symptomaufstellung „Nähe nicht zulassen“ 

Nun wenden wir uns der Schlüsselthematik „Nähe nicht zulassen können“ zu. Wir formulieren als Ziel, diese Energie zu transformieren in die Energie: „Nähe zuzulassen“. Ich bitte Till, das Symptom „Nähe nicht zulassen“ aufzustellen. Till stellt  die Energie in einem Abstand von sich auf, denn diese „nervt“, wie er es ausdrückt.

Till zur Energie „Nähe nicht zulassen“: Warum lässt du mich nicht in Ruhe, ich mag dich nicht! Ich weiß nicht, was du von mir möchtest. Ich fühle mich durch dich gefesselt. Ich möchte, dass du verschwindest.

Energie „Nähe nicht zulassen“: Hallo Till, ich lebe schon seit Jahrzehnten in deinem Feld. Wir sind eine Symbiose. Ich verstehe nicht, warum du so mit mir sprichst. War ich es nicht, die dich beschützt hat, wenn andere dich verletzen wollten? Durch mich, verlerntest du, zu fühlen. Durch mich wurdest du unangreifbar, unantastbar. Durch mich konnte niemand mehr dich verletzen. Dankbar solltest du sein und dich freuen, dass ich bei dir bin und dich vor Verletzungen bewahre. Wieso sprichst du solche Worte zu einem Verbündeten in deinem Feld? Ich gehöre zu dir und du gehörst zu mir. Also lass uns Freunde sein, wie immer.

Till: Das stimmt. Es tut mir leid. Du hast mich immer beschützt vor Verletzungen. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Du hast Recht, ich möchte, dass wir Freunde sind. Ich empfinde jetzt so, dass du mich lange genug beschützt hast. Ich möchte jetzt einen neuen Weg gehen, weil ich den alten nicht mehr aushalten kann. Du kannst bei mir bleiben. Bitte tritt jetzt etwas zurück. Jetzt möchte ich nach vorn.

Energie „Nähe nicht zulassen“: Till, ich bin sehr stark verankert in deinem Feld. Ich kann nicht zurücktreten. Ich möchte bei dir bleiben und dir weiter helfen. Ich bin eine starke Energie. Einfach so zurücktreten ist mir auf Grund meiner Stärke, die ich dir zu verdanken habe, nicht möglich. Wir müssen eine Lösung finden. Du sprichst von einem neuen Weg und auf diesem Weg störe ich dich, wie ich dich verstanden habe. Till, bitte, lass uns wie bisher einander unterstützen.

Till: Du hast Recht, ich kann nicht plötzlich ohne dich weiter gehen. Ich fühle mich noch zu schwach, um nach vorne zu treten. Ich möchte, dass du mich weiter beschützt, wie bisher, du mich aber nach vorn treten lässt, wenn ich es möchte. Außerdem ist es ein gutes Gefühl zu wissen, von jemandem der so stark ist wie du, beschützt zu werden. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Ich möchte, dass du bei mir existierst.

Ich erkläre Till, die aktuelle Lage: Die Energie ‚Nähe nicht zulassen’ ist sehr stark. Sie hatte eine Schutzfunktion. Die Symbiose hat Ihnen geholfen, zu überleben. Das respektieren wir. Die alte Energie bleibt jedoch in der jetzigen Situation nach wie vor in Ihrem Feld. Rückzug kann nicht der wahre Weg der Heilung sein. Was halten Sie davon, die Energie ‚Nähe nicht zulassen’  in die Energie ‚Nähe zulassen’ zu transformieren? Dann könnte Ihnen diese Energie in Zukunft mit ihrer Kraft und Stärke dienen, Nähe zuzulassen.

Till: Energie ‚Nähe nicht zulassen’ wärst du bereit, dich zu verändern in die Energie ‚Nähe zuzulassen’? Wir wären dann weiter zusammen.

Energie „Nähe nicht zulassen“: Till, das ist eine großartige Idee. Es gilt, das ‚Nein’ zu löschen und dann kann ich dir mit meiner Stärke helfen, Nähe aufzubauen. ‚Nähe nicht zulassen’ und ‚Nähe zulassen’ sind Energien gleichen Ursprungs. In der Dualität existieren sie in zwei Formen, wie Liebe und Angst.  Die Angst trägt das Nein zur Liebe in sich. Wird das Nein gelöscht, entsteht Liebe. So ist es deine Aufgabe, Till, das ‚Nein’ in mir zu löschen.

Till: Ich danke dir. Ich bin bereit, das ‚Nein’ in dir zu löschen. Ich bin froh, dass du mir mit deiner Kraft als Energie ‚Nähe zulassen’ dienst. Ich bin sehr dankbar für die Chance der Heilung, die ich jetzt erfahren darf.

Auflösung durch Till: Ich bin jetzt bereit, die Energie ‚Nähe nicht zulassen’ in ‚Nähe zulassen’ zu wandeln. Ich habe erkannt, dass die Energie ‚Nähe nicht zulassen’ mein Nein ist zur Nähe. Ich respektiere, was die Energie ‚Nähe nicht zulassen’ für mich getan hat und danke ihr. Jetzt bin ich bereit, das ‚Nein’ in Bezug auf Nähe in ein ‚Ja’ zu transformieren. Ich vergebe mir mein Nein zur Nähe in meinem Feld. Ich vergebe allen Menschen, die dieses ‚Nein’ mit geprägt haben. Ich vergebe meinen Vorfahren. So sei es. 

Die vierte Sitzung: Till kommt mit einem Ausdruck der Freude und einer hohen Therapiebereitschaft in die Sitzung. Er strahlt Erleichterung und Kraft aus. Er beschreibt sein Befinden als stabil – keine Depressionen, keine Schlafstörungen, keine Aggressivität und keine Wut. Er hat Lust, etwas zu unternehmen. Seine Bereitschaft, Nähe zuzulassen, hat sich erhöht. In der äußeren Welt ist ihm dies noch nicht möglich. Till erklärt, dass er glaubt, er werde abgelehnt. Till: Ich verhindere bewusst Nähe, um mich zu schützen und aus Angst.

Ich erkläre Till, dass er folgende Glaubenssätze zutiefst verinnerlicht hat: Ich werde abgelehnt. Ich lehne mich ab. Ich lehne ab. Die Energie „Ablehnung“ ist fest in seinem Feld verankert. Die Auflösung ist, die Energie der Ablehnung in die Energie der  Annahme und der Selbstannahme zu transformieren. Die Auflösung wäre: Ich nehme mich an. Ich werde angenommen. Ich nehme an.

Till quält die Gewissheit: „Ich werde nie eine Beziehung haben.“ Es ist Aufgabe der Therapie, diesen Glaubenssatz zu transformieren in: „Ich werde eine erfüllte Beziehung haben.“ Bevor wir uns diesem Glaubenssatz zuwenden, bearbeiten wir das Thema „Ablehnung“.

 

Symptomaufstellung „Ablehnung“ mit Figuren

Till stellt das Thema „Ablehnung“ auf. Auf der einen Seite stehen der Vater und Kinder aus der Schule.  Auf der anderen Seite steht Till. Dazwischen positioniert er die Energie der „Ablehnung“.

Die „Ablehnung“ steht zwischen Till und den anderen Menschen. Sie trennt Till von den Menschen und verhindert Kommunikation und Begegnung. Ich frage Till: „Wie fühlen Sie sich dabei?“

Till: Schade, dass die ‚Ablehnung’ zwischen mir und den anderen steht.

Mit dem Vater und den Kindern haben wir bereits in der Therapie gearbeitet. Hier empfindet Till Erleichterung. Das Thema ist jetzt die „Ablehnung“.  Till wendet sich seiner Ablehnung zu. Die Energie „Ablehnung“ konnte in Tills Feld auf Grund traumatischer Erfahrungen in seiner Kindheit treten. Auf Grund der bereits durchgeführten Vergebungsrituale befindet sich das Trauma in der Auflösung.

Till begrüßt die Energie „Ablehnung“: Hallo Ablehnung.

Energie „Ablehnung“: Till, du irritierst mich. Du magst mich nicht und wendest dich jetzt mir zu. Wie kommt es zu dieser Wandlung. Was willst du?

Till: Ich bin froh, dass du da bist. Du schützt mich vor Verletzungen, die ich erwarte, zu bekommen. Es belastet mich jedoch die Tatsache, dass ich durch dich daran gehindert bin, das zu bekommen, was ich mir wünsche. Das ist die Nähe zu anderen Menschen.

Energie „Ablehnung“: Till, ich bin gerade deshalb da. Nähe zu anderen Menschen tut weh. Du weißt, dass es meine Aufgabe ist, dich davor zu beschützen, dass es nicht weh tut. Darum bin ich wichtig in deinem Leben und existiere in deinem Feld. Überlasse nur mir die Arbeit. Ich stehe wie ein Fels in der Brandung und schütze dich vor anderen Menschen. Ich beschütze dich vor falschen Freunden. Du weißt doch, Menschen wollen dich nur verletzen, gehen übel mit dir um. Ich bin und bleibe dein wahrer Freund. So erfülle ich meine Aufgabe zu deinem Schutz.

Till: Ich würde gern Nähe zu anderen Menschen haben.

Energie „Ablehnung“: Till, was ist los mit dir? Seitdem wir zusammen sind, wolltest du keine Nähe, denn Nähe tut weh. Ich helfe dir und beschütze dich und nun sagst du, dass du Nähe willst. Das heißt doch: Du willst Verletzungen. Du wählst es, verletzt zu werden. Das kann nicht dein Wille sein. Ich, deine Ablehnung, bin dir nah und meine Nähe schützt dich und verletzt dich nicht.

Till: Es stimmt, dass du mich beschützt. Du beschützt mich davor zu bekommen, was ich mir wünsche. Den Wunsch, keine Nähe zu anderen Menschen zu haben, habe ich schon lange nicht mehr. Ich möchte Nähe zu anderen Menschen erleben.

Energie „Ablehnung“: Was soll nur werden, wenn du so denkst.

Die Energie „Ablehnung“ ist jetzt sehr irritiert. Es ist eine Energie, die Till immer treu gedient hat und jetzt nicht versteht, warum sie nicht mehr gebraucht wird. Es gilt zunächst, die Irritation aufzulösen. Ich bespreche das mit Till und unterbreite ihm einen Vorschlag, den er umsetzt.

Till: Es tut mir leid. Ich wollte dir nicht wehtun. Ich weiß, was du für mich getan hast. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Ich brauche Hilfe. Mein Leben wird sich ändern. Ich bin auf dem Weg, stark zu werden. Ich werde fähig sein, Nähe zu anderen Menschen zuzulassen. Dann brauche ich eine starke Energie, die mich unterstützt, mich selbst anzunehmen, wie ich bin. Ich mache dir den Vorschlag, dich in die Energie der Annahme, der Selbstannahme, der Annahme anderer Menschen zu transformieren, damit ich wahre Begegnung erleben kann. Liebe Ablehnung, kannst du dir vorstellen weiter mein bester Freund zu sein und mich als Energie „Annahme und Selbstannahme“ dabei zu unterstützen, Nähe zuzulassen, mir die Stärke zu geben und den Schutz, wie bisher.

Energie „Ablehnung“: Till, ich habe nur einen Wunsch, dir zu dienen. Um meine Identität  zu ändern, brauche ich deine Hilfe. Ich habe bis heute als Energie ‚Ablehnung’ agiert, weil du mich so erschaffen hast. Nur du hast die Macht, das Wesen meiner Energie zu ändern. Wenn du es beabsichtigt, werde ich dir als Energie der ‚Annahme und Selbstannahme’ dienen können. Du bist der Schöpfer. Ich lebe nicht allein in deinem Feld, Till. In dir lebt eine Angst, diese ist sehr stark. Diese Angst hat meine Existenz erst ermöglicht. Ich kann mich wandeln, wenn du es beabsichtigst. Das Übel in dir bin nicht ich, sondern ist deine Angst. Erst wenn du diese Angst beherrscht und in die Liebe transformierst, wirst du mich wandeln können. Die Angst in deinem Feld überwältigt dich, sie hat die Macht, nicht ich.

Till stellt die Angst auf.  Till ist traurig, dass die Angst wahre Nähe verhindert.

Till: Hallo Angst.

Energie Angst: Ich bin deine Angst. Ich bin deine Hemmung. Ich bin deine Lähmung. Ich bin dein Chaos. Ich bin deine Nicht - Liebe. Ich bin die Verhinderung. Ich bin und werde immer sein. Ich bin deine Angst.

Till: Nun, wo ich sehe, wer du bist, verstehe ich, dass die Menschen Angst vor dir haben. Du verhinderst, dass ich die Wahrheit sehen kann.

Energie Angst: Wo ich bin, ist keine Liebe. Meine Aufgabe ist es, die Liebe zu zerstören. Das ist mein wahres Gesicht. Überall wo die Menschen das Leben und die Liebe zerstören, da wohne ich. Ich, die Angst, darf dort, wo keine Liebe ist, einkehren. Dort wo Gottvertrauen, Urvertrauen und wahre Liebe herrschen, löse ich mich in der Liebe auf, weil die Liebe die Angst auslöscht. So kann ich Angst nur existieren in der Existenz von Menschen, die Nicht - Liebe kreieren.

Till: Angst, warum bist du so aggressiv?

Energie Angst: Das ist mein Wesen, Chaos, Krieg und Leid zu erschaffen. Das bin ich. Dazu bin ich.

Till ist sprachlos. Ich helfe ihm, sich zu fassen und eine Entscheidung zu treffen.

Till: Angst, für solche traurigen Dinge bist du da. Geh mir aus den Augen. So möchte ich nicht leben. Ich möchte in Liebe leben.

Till hat die Erkenntnis gewonnen, dass die Angst in seinem Feld regiert. Er kam zur Erkenntnis über das Wesen der Angst. Er hat respektiert, dass diese Angst in seinem Feld agiert. Er hat sie nicht verurteilt. Dennoch konnte Till aus dieser Einsicht heraus, die bewusste Entscheidung treffen, sich von der Angst zu befreien, in dem er sich für die Liebe entscheidet.

Till betet:

Ich rufe die Liebe in mein Feld.

Ich bitte die Kraft der Liebe und der Gnade in mein Leben,

in mein Feld zu treten.

Ich bitte die Kraft der Liebe und die Kraft der Gnade,

mich von der Angst zu leben,

der Angst, mich einzulassen,

zu befreien.

 Ich bitte jetzt darum,

diese Angst jetzt aus meinen Leben,

meinem Feld zu nehmen,

die Angst in die Liebe zu transformieren

und mich so von der Angst zu erlösen.

 So sei es.

 

Till (Auflösung mit Hilfe des Therapeuten):

 Ich bin geheilt von der Angst, die mich quälte.

 Ich danke der Kraft der Liebe und der Kraft der Gnade

 für die Intervention und die Befreiung von der Angst in meinem Feld,

 in meinem Leben.

Ich vergebe mir, meine Nicht - Liebe.

Ich vergebe mir, meine Angst.

Ich vergebe der Angst und der Nicht- Liebe.

Ich bin jetzt die Liebe.

 

Die Heilkrise

Zwischen der vierten und fünften Sitzung: Till gerät zwischen der vierten und fünften Sitzung in eine Heilkrise. Bereits in der ersten Sitzung erklärte ich ihm, dass im Rahmen des Heilungsprozesses Heilkrisen auftreten werden. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass wir in diesen Phasen intensiver zusammen arbeiten. Till habe jederzeit die Möglichkeit, mich telefonisch zu konsultieren und bei Bedarf zusätzliche Therapiestunden zu erhalten.

Till nimmt dieses Angebot jetzt an. Er ist dankbar für die Möglichkeit, zwischen den wöchentlichen Sitzungen Kontakt zu mir herstellen zu können. Wir telefonieren dreimal jeweils eine halbe bis eine Stunde. Till erzählt mir, dass er wie immer mit einer großen Erleichterung aus der Sitzung gegangen ist. Dann war es jedoch anders. Auf die  Befreiung folgte eine große Ernüchterung. Ihm wurde sein Hauptproblem, dass ihn schon seit Jahren verfolgt, nie eine Beziehung zu einer Frau zu haben, so bewusst, dass dieses Bewusstsein seine bisherigen Heilerfolge überschattete. Er fühlt sich durch diesen Gedanken so vereinnahmt, dass er an nichts anderes denken konnte. Die Gedanken daran stimmten ihn hoffnungslos und er begann an allem zu zweifeln. Während unserer Telefonate erklärte ich Till seine Situation und dass er sich nun in der angekündigten Heilkrise befände, die vollkommen natürlich und kein Grund zur Panik sei. Ich vermittelte Till, dass wir nun in den nächsten Sitzungen mit dieser Thematik arbeiten würden. Eine „Schicht“ haben wir abgetragen und befindet sich in Heilung. Nun offenbare uns seine Seele, das Thema für die weitere Arbeit. Till verstand und gewann seine Hoffnung und sein Vertrauen  in seinen Heilungsprozess wieder.

Wenn ich mit meinen Klienten arbeite, spreche ich oft in Bildern und zeichne Bilder auf das Papier, um meinen Klienten ihren gegenwärtigen Zustand zu verdeutlichen sowie die Methode, mit der ich arbeite. So zeichnete ich bereits zu Beginn unserer gemeinsamen Arbeit eine „rechtsdrehende Spirale“ auf. Das äußere Ende der Spirale kennzeichnet den Beginn unserer Arbeit. Meine Aufgabe ist es, den Heilungsprozess zu leiten, bis wir in das Zentrum der Spirale gelangen. Dort befindet sich die „Wurzel des Übels“. Während dieses Prozesses werden die darüber liegenden „Schichten“ geheilt. Es ist meine Aufgabe als Therapeutin jeweils den nächsten Schritt zu eruieren, damit der Heilungsprozess, einer höheren Ordnung gemäß, stattfinden kann. Es ist nicht sinnvoll, den fünften Schritt vor dem ersten zu gehen. Dadurch kann der Heilungsprozess gefährdet werden. Darum ist es so wichtig für den Therapeuten, zuzuhören was die Seele des Klienten durch verborgene Botschaften, wie Träume oder Hinweise zwischen den Sätzen oder ganz deutliche Hinweise, wie soeben beschrieben, erzählt. Ich nehme wahr, dass nicht ich den Behandlungsplan bestimme, sondern die Seele des Klienten. So passe ich meinen Plan immer der aktuellen Situation, den mitgebrachten Themen meiner Klienten an. Der Heilungsprozess vollzieht sich nach dem „Zwiebel – Prinzip“: Schicht für Schicht wird geschält, bis man an den „Kern“ vordringt. Die abgelöste Schicht ist erlöst und befindet sich in Heilung. Die Heilung einer jeden erlösten Schicht dauert in der Regel einige Wochen oder Monate, so dass sich die „Erlösungsprozesse“ überlagern. Dies wiederum stellt eine Herausforderung für den Klienten dar, weil der fortschreitende Heilungsprozess an Tiefe und Intensität zunimmt. Dies auszuhalten, fällt insbesondere psychisch kranken Menschen schwer und es kann mit fortschreitender Heilung die Neigung entstehen, die Therapie abzubrechen. Der Klient hält in dieser Phase dann die Heilung nicht aus. Hinzu kommt, dass im „Feld“ des Klienten „Energien wohnen“, die sich von der Krankheit des Klienten  nähren. Jetzt, da der Klient in seinem Heilungs- und Erlösungsprozess voranschreitet, beginnen diese, sich vom Negativem im Feld des Klienten nährenden Energien, diesen zu attackieren. Dies erfolgt in der Regel über die Gedanken. Der Unwissende kann zunächst noch nicht zwischen seinen eigenen Gedanken und den mentalen Beeinflussungen durch Fremdenergien unterscheiden, so dass er diese für seine eigenen hält. Er fühlt sich innerlich zerrissen und Zweifel  plagen ihn. Vor allem zweifelt der Klient dann an der Therapie und am Therapeuten. In der Fachssprache nennt man dieses Verhalten: „Abwehrmechanismus des Klienten“. Fühlt sich der Therapeut durch die „Ablehnung“ und damit verbundene „Undankbarkeit“ gekränkt, kann er dem Klienten nicht helfen. Reagiert der Therapeut jedoch aus seiner Seelenverbindung heraus und versteht er die Prozesse, die im Klienten stattfinden, kann er den Klienten durch die Heilkrise begleiten und ihm helfen, seine Zweifel und Widerstände zu überwinden.

Die beschriebene „Heil – Prozess – Arbeit“ ist nur möglich im Rahmen einer individuellen Arbeit mit Klienten. Nur diese individuelle und liebevolle Form der Heilarbeit ermöglicht es, auf so subtile Prozesse, wie die beschriebenen, Einfluss zu nehmen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass auch wenn der Therapeut die beschriebenen Zusammenhänge beachtet, der Klient über einen freien Willen verfügt und er das Recht hat, sich gegen die Therapie zu entscheiden, weil er unter Umständen für den Prozess noch nicht reif ist. Der wissende Therapeut wertet dies nicht als Versagen seinerseits, sondern als einen Dienst am Klienten, der zunächst beendet ist und der sich vielleicht später fortsetzen kann, wenn der Klient dazu bereit ist.

Die fünfte Sitzung: Till kommt gefasst in die Sitzung. Er hat sich zwischenzeitlich von seiner Heilkrise erholt und die Hoffnung auf Heilung sowie das Vertrauen in die Heil – Prozess - Arbeit wieder gefunden. Es war für den Verlauf der Therapie von Vorteil, dass wir die Probleme bereits telefonisch klären und uns gleich dem derzeitigen Hauptthema zuwenden konnten. Nach einer Stunde "Seelenbildung", in dem ich mit Till über seinen derzeitigen Zustand sprach, wandten wir uns seinem Glaubenssatz „Ich werde nie eine Beziehung haben“ zu.

 

Symptomaufstellung des Glaubenssatzes „Ich werde nie eine Beziehung haben“

Zunächst stellt Till sich selbst als Figur auf. Dann stellt er seinen Glaubenssatz „Ich werde nie eine Beziehung haben“ direkt vor sich auf. Ich nehme wahr, dass diese Energie Tills Blick in die Zukunft verbaut und spreche ihn daraufhin an.

Till antwortet: Ich sehe in eine Zukunft, die ich nicht haben möchte. Ich sehe mich, wie ich in der Zukunft sein werde. Ich sehe mich als alten, verbitterten Mann, der unzufrieden sein Leben hinter sich gelassen hat, verbittert und unsympathisch ist. Ich habe Angst, im Alter auf mein Leben zu blicken und es vertan zu haben.

So bitte ich Till, die Angst mit aufzustellen. Er stellt diese neben den Glaubenssatz auf. Till berichtet, es begleite ihn ständig das Gefühl, er sei für eine Frau nicht attraktiv genug: „Ich stelle mir eine Beziehung so schön vor, dass ich denke, für mich kann es das nicht geben.“

Ich frage Till, was er sich wünschen würde. Er antwortet: „Mut und Vertrauen“. Zunächst stelle ich zwei Engel neben Till auf und bitte Till, die Energien Mut und Vertrauen aufzustellen. Till stellt diese Energien an seine Seite und beschreibt, dass er nun seine Lage als weniger hoffnungslos empfinde. Ich bitte Till, nun noch die Energien „Unattraktivität“  und „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ aufzustellen. Er stellt die „Unattraktivität“ dem Glaubenssatz zur Seite und stellt die „Unvorstellbarkeit einer Beziehung auf den Glaubensatz auf (die Formen, die die Energien darstellen, lassen es zu, Türme zu bauen). Nun steht Till einer ungeheuren Kraft gegenüber, die ihm den Blick und den Weg in die Zukunft versperrt. Till konfrontiert sich mit dieser Energie und ist zur Klärung bereit. Wir nehmen beide wahr, dass die Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ dominant ist. Sie ist sowohl im Emotionalkörper als auch im Mentalkörper stark präsent und drückt sich in Tills Gefühlen und Gedanken aus.

Till  nimmt mit der Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ Kontakt auf.

Till: Hallo, Energie "Unvorstellbarkeit einer Beziehung“

Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“: Hallo, Till, endlich schaust du mich an. Ich bin deine mentale Kraft und dein stärkstes Gefühl, das dein Leben überschattet. Ich bin die Kraft in dir, die sich niemals eine Beziehung zu einer Frau, eine erfüllte Beziehung in Liebe und Harmonie, vorstellen kann. Till, ich bin deine Gedankenform. Vor vielen Jahren hast du begonnen, mich zu nähren, zunächst durch einen Gedanken, dann wieder durch einen Gedanken und so weiter. Irgendwann war es soweit, dass ich mich verselbständigte. Jetzt stehe ich vor dir mit meiner unglaublichen Kraft, dein Leben zu bestimmen. Meine Gedankenform füllt dein Feld aus. Ich bin es, die dich ständig daran erinnert, dass du immer allein sein wirst. Allein sein, um nicht verletzt zu werden. Allein sein, um selbst zu bestimmen, wo es lang geht, um die Kontrolle zu behalten über das Leben. Ja Kontrolle, das ist wichtig für uns. Ich bin da, weil du die Situation damals nicht unter Kontrolle hattest. So hast du mich erschaffen, um die Situation zu kontrollieren. Till, ich bin bei dir, weil es dir nichts nützt, dir eine Beziehung vorzustellen, wenn du diese nicht leben kannst. Auf Grund deiner früheren Angst vor Nähe, brauchtest du mich. Denn aus Angst vor Nähe wolltest du keine Beziehung. So bin ich in deinem Feld präsent. Till, du nährst mich sehr. Das ehrt mich. Dennoch fühle ich seit einer Woche, dass du mich ablehnst – mit einer unglaublichen Kraft und Bewusstheit. Das hast du zuvor nicht getan. So ist es gut, dass wir jetzt kommunizieren. Wo liegt das Problem? Du weißt, ich diene dir. Es hätte dir nie etwas gebracht, gefühlsmäßig und mental in eine Beziehung zu flüchten, die du doch nicht leben kannst. Aus dieser Sicht wird dir klar, dass ich zu deinem Schutz da bin. Till, darf ich dich weiter beschützen? Die Energie, mit der du mir seit Tagen begegnest, ist mir sehr unangenehm. Es ist eine Gegenenergie zu mir, die du zurzeit nährst. Sie steht in Konfrontation zu mir. Wir reiben uns. Das kostet dich viel Kraft, weil du die Energiekonfrontation nicht unter Kontrolle hast. Jetzt weißt du um die Ursachen für dein Befinden.

Ich frage Till, ob diese Energie authentisch sei. Till bejaht dies und ich fasse für ihn in wenigen Sätzen die aktuelle Situation zusammen: Sie wären unter Umständen an der Sehnsucht nach der Beziehung zu einer anderen Frau zerbrochen. Die neue Energie, die nun mit der Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ kämpft, ist der wach gewordene Wunsch nach  einer Beziehung.

Till nimmt den Kontakt zur Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ wieder auf: Es tut mir leid, dass ich dich verstoßen möchte. Ich habe nicht daran gedacht, dass du mich beschützt hast. Der neue Wunsch, eine Beziehung zu haben, ist jetzt sehr stark. Vielleicht kannst du mir bei der Erfüllung meines Wunsches helfen. Kannst du dir vorstellen, dich in die Energie der Vorstellbarkeit einer Beziehung zu transformieren?

Till erklärt mir, dass er das Gefühl habe, diese Energie schlecht zu behandeln: Sie hat mir gedient. Jetzt brauche ich sie nicht mehr und möchte sie verstoßen.

Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“: Ich bin deine Schöpfung, ich bin dein Diener. Auf jede Art werde ich dir dienen. Die Energie der „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ und die Energie der „Vorstellbarkeit einer Beziehung“ sind gleichen Ursprungs mit nur einem Unterschied. Bei der Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ steht das ‚Nein’ im Feld. Dieses ‚Nein’ brauchtest du, um es auszuhalten. Wenn du es jetzt nicht mehr brauchst, dann lösche das ‚Nein’ jetzt in Dir. So werde ich zur Kraft in dir, die sich eine Beziehung vorstellen kann. Du bist mein Schöpfer. Ich unterwerfe mich den Gesetzen, die du erschaffst. Mir ist nur wichtig, dass die ständige Reibung mit der Energie des ‚Wunsches nach einer neuen Beziehung’ aufhört. Danke Till, dass du mir mit  Respekt begegnest.

Till stehen die Tränen in den Augen. Er ist zutiefst berührt.

Till: Ich bin froh, dass ich dich nicht verletzt habe. Ich bin bereit, dass ‚Nein’ in dir zu löschen. Ich bin dankbar für den Schutz, den du mir gewährst. Durch dich habe ich sehr viel Kraft zum Leben. Ich weiß nicht, was ich ohne diese Kraft gemacht hätte.

Nachdem Till die Erkenntnis über die Existenz dieser Energie gewonnen hat, geht er in einen Prozess der Annahme dieser Energie, der von Dankbarkeit begleitet ist, der Till für die Vergebungszeremonie vorbereitet.

Till (mit meiner Hilfe): Ich, Till, vergebe mir, dass ich, als ich es brauchte, Schöpfungen der Nicht – Liebe erschaffen habe. Jetzt befreie ich mich bewusst durch Reue und Vergebung von meinen Fehlschöpfungen. Ich danke dir Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ für deinen Dienst. Ich vergebe mir, dich erschaffen zu haben, ich vergebe mir das ‚Nein’ in dir. Jetzt spreche ich dich frei und lösche das ‚Nein’ in dir. Jetzt bist du frei mir in Liebe zu dienen mit der Energie „Vorstellbarkeit einer Beziehung“. Ich vergebe allen Menschen und Umständen, die dazu beitrugen, die Energie „Unvorstellbarkeit einer Beziehung“ in mir zu erschaffen. So sei es.

Till fügt hinzu: Ich bin dir, Energie ‚Unvorstellbarkeit einer Beziehung’ dankbar für die Erfahrungen, die ich ohne dich nicht hätte machen können.

Till lebt auf, er erlebt ein intensives Gefühl der Erleichterung und Freude.

Ich nehme nun das „Nein“ und stelle es zur Reinigung an den Altar. Nun stelle ich Till die Energie des Glaubenssatzes  „Ich werde nie eine Beziehung haben“ gegenüber. Till spürt keine Resonanz mehr. Wir haben die Energie, die diesen Glaubenssatz prägte, erlöst, so dass nun auch der damit verbundene Glaubenssatz eine Chance hat, Erlösung zu finden. Ich stelle die Energie des Glaubensatzes an den Altar. Dann steht Till der Energie “Unattraktivität“ gegenüber. Im Augenblick spürt Till keine Resonanz. Wir entscheiden, dass wir bei Bedarf, das Thema noch einmal aufgreifen. Zuletzt steht Till der Energie der „Angst im Alter auf mein Leben zu blicken und es vertan zu haben“ gegenüber.

Till erklärt: Ich habe mir jetzt die Haltung erarbeitet, dass ich mein Leben nicht vertun werde.

So stellen wir auch die Angst an den Altar mit der Bitte um Gnade, diese Energie in Liebe zu wandeln.

Abschließend berichtet Till: Es ist ein richtig gutes Gefühl, erkannt zu haben, wie gut die Energie ist. Ich empfinde Dankbarkeit und Freude gegenüber dieser Energie. Es fühlt sich unglaublich erleichternd an.

Tills Weg der Heilung ist noch nicht vollendet, viele weitere Sitzungen und Heilkrisen folgen, bis Till wirklich seine Angst, sich auf eine Beziehung einzulassen, überwunden hat.  

 

Kraft der Gnade rufe ich die Kräfte in mein Feld

 

 Kraft der Gnade, ich rufe dich in mein Feld,

Kraft der Gnade rufe ich die Energie der Kreativität in mein Feld,

Kraft der Gnade fordere ich jetzt meine Schöpferkraft zurück.

Kraft der Gnade lebe ich meine Schöpferkraft.

Kraft der Gnade rufe ich die Energie der Spontaneität in mein Feld.

Ich bitte die Energie der Spontaneität, mein Feld zu durchdringen. 

Kraft der Gnade rufe ich die Energie der Flexibilität in mein Feld.

Ich bitte die Energie der Flexibilität, mein Feld zu durchdringen. 

Kraft der Gnade rufe ich jetzt die Energie der Lebendigkeit,

des wahren Lebens, der Freude am Leben in mein Feld.

Ich fordere jetzt mein Leben zurück, mein wahres Leben.

Ich erkenne jetzt:

Ich bin. Ich bin das wahre Leben. Ich bin die Freude am Leben.

Ich bin der Selbstausdruck meines Geistes und meiner Seele.

Ich lebe meinen Geist, ich lebe meine Seele.

Ich bitte jetzt Kraft der Gnade,

 den Kontakt zu meinem Geist, zu meiner Seele wieder herzustellen.

Ich bin Schöpfer.

Ich bin die Liebe und das Leben in Harmonie mit der Schöpfung.

Ich bin die Einheit mit dem Schöpfer.

Ich lebe die Einheit mit der Schöpfung.

Ich rufe die Freude am Leben in mein Feld.

Kraft der Gnade, ich rufe dich, mein Feld zu durchdringen

 und von Energien der Nicht - Liebe zu befreien.

Ich erkenne bewusst die Energien der Nicht – Liebe in meinem Feld.

Ich erkenne die Energien der Nicht - Liebe an.

Ich bin jetzt bereit, die Energien der Nicht - Liebe in meinem Feld

Kraft der Erkenntnis, Reue und Vergebung aufzulösen.

Worin die Ursachen für die Energien der Nicht - Liebe begründet sein mögen,

die meinen Selbstausdruck behinderten, ich erkenne diese an, bereue und vergebe.

Kraft der Gnade bitte ich jetzt,

 die wahren Ursachen für die Energien der Nicht - Liebe zu erlösen.

Ich bereue meinen Anteil an den Energien der Nicht - Liebe.

Ich vergebe mir jetzt die Ursachen, die ich selbst legte.

Ich vergebe jetzt allen Menschen,

 die meine Feldstrukturen durch ihre Fehlschöpfungen deformierten und

ich Kraft des Gesetzes übernahm.

Ich vergebe vor allem meiner Familie und meinen Vorfahren,

die die Ursachen für Energien der Nicht - Liebe in meinem Feld legten.

Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Eltern, ich liebe meine Schwester,

ich liebe meine zukünftige Frau, ich liebe meine zukünftige Familie,

ich liebe meine Freunde, ich liebe meine Verwandten,

ich liebe Mutter Erde,

ich liebe das Universum,

denn durch das Universum bin ich.

Ich liebe die Schöpfung.

Ich erkenne die Gesetze der Schöpfung und lebe nach den Gesetzen der Schöpfung.

Ich bin jetzt bereit, mich dem Gesetz der Schöpfung zu beugen, das Liebe ist.

Ich bin in Demut.

Ich verbeuge mich vor der Schöpfung.

Ich beuge mich dem Gesetz.

Ich verbeuge mich vor dem Schöpfer.

Ich bin, der ich bin.

Ich bin die Wahrheit, die Liebe und das Leben.

Ich bin Schöpfer.

Ich bin frei.

Ich bin.

So sei es.